… etwas Warmes braucht der Mensch

… es gibt Werbesprüche, die sind mir einfach in Leib und Seele über- gegangen. ‚Etwas Warmes braucht der Mensch‘ ist für mich so ein Klassiker, denn zum einen beinhaltet er wirklich mal eine Wahrheit und zum anderen wirbt er für eine meiner Lieblingsspeisen. Suppen kann ich immer essen. Im  Sommer und im Winter und auch ruhig dazwischen. Leider teilen meine Kinder meine Suppenleidenschaft nicht und dies schafft hier öfters Leiden. Wie oft kommentierte mein Sohn schon das Mittagessen mit den Worten: „Mutter, am wärmsten Tag der Woche gibt es bei uns Suppe. Hast du schon mal auf das Thermometer geguckt? Das isst kein Mensch bei diesen Temperaturen, nur wir!“ Mein Argument, dass in den wärmsten Regionen der Welt auch warme Suppe gereicht würde, geht häufig im allgemeinen Gemecker unter.

Allerdings bevorzuge ich die selbstgekochte Variante und nicht die Methode: Beutel aufreißen – undefinierbaren Inhalt in die Tasse geben – heißes Wasser darüber – umrühren – fertig!  Ich liebe es einfach, viele frische Zutaten klein zu schnippeln und daraus ein Süppchen zu kochen. Besonders gerne koche ich Tomatensuppen aus frischen, überreifen Tomaten. Auf dem hiesigen Wochenmarkt gibt es einen Händler, der sich auf historische Tomatensorten spezialisiert hat und allein die Auswahl und die Farbpracht überwältigt sich jedes Mal. ipad 2 108Okay, Strauch-, Roma- und Cherrytomaten kennt jeder. Aber wenn man einmal ‚Danko‘ (Ochsenherz), ‚Cherokee Purple‘, ‚Cerise Orange‘ oder ‚Giant Green‘ probiert hat , dann weiß man, wie eine Tomate wirklich schmecken muss und was für ein unglaubliches Aroma einige Sorten haben. Sorry – aber da kann keine Supermarkttomate mithalten.

CollageMein absoluter Favorit unter den Suppen ist eine Ofentomatensuppe, denn sie köchelt knapp eineinhalb Stunden im Backofen vor sich hin, macht dadurch überhaupt keine Arbeit und besteht eigentlich nur aus dem Saft der Tomaten. Wichtig ist, dass die Tomaten sehr reif sind, denn dann schmecken sie kräftiger und ergeben mehr Suppe. Gemüsehändler bieten – vor allem jetzt im Sommer – häufig Kochtomaten an (die sind in der Regel auch preiswerter).

auflaufform

Für die Suppe benötigst du 1,5 kg gemischte, sehr reife Tomaten, 3 Knob- lauchzehen, 1 Zwiebel, 4 Stiele Thymian, 3 Stiele Basilikum, 2 Stiele Rosmarin, 9 EL Olivenöl, 3 EL Honig oder Agavendicksaft, Salz, Pfeffer  und 1 EL Fenchelsamen.

Und so geht’s:

  1. Tomaten waschen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Mit der Hautseite noch oben in eine große Auflaufform legen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln oder in Scheiben / Ringe schneiden. Die Kräuter auf das Gemüse legen, mit Öl und Honig beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C Umluft (Gas Stufe 3 – 4) knapp 1:30h garen.
  3. Die Fenchelsamen in einer Pfanne – ohne Fett – anrösten, abkühlen lassen und dann im Mörser grob zerstoßen.
  4. Nach Ende der Garzeit die Tomaten in einen Topf umfüllen, pürieren, die Fenchelsamen dazugeben, kräftig abschmecken und einmal aufkochen. Wem die Suppe zu dickflüssig ist, kann sie mit 250 ml Wasser strecken.
  5. Wer möchte reicht dazu Baguette oder kräftiges Bauernbrot.

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Die Suppe schmeckt sicherlich auch ohne Fenchelsamen – aber ich finde, dass die leicht gerösteten Körner den richtigen Pfiff geben und allein dieser aromatische Duft, der die Küche erfüllt lohnt die Anschaffung. Meinen Mann erinnert dieser Duft immer an meine Fenchel-Kümmel- Anis-Stillteeorgien; vielleicht ist auch das der wahre Grund, warum ich Fenchel so mag.

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Vielleicht hast du jetzt ja Lust und Appetit auf die Suppe bekommen, dann nutze doch einfach das Wochenende, um gemütlich über einen Wochenmarkt zu schlendern und nach verschiedenen Tomatensorten Ausschau zu halten – du wirst bestimmt fündig.

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Wie sieht es aus? Isst du auch gerne eine Tomatensuppe oder bevorzugst du andere Geschmacksrichtungen? Welches ist dein Favorit im Suppen-topf? Ich bin gespannt,

bis dahin … hab‘ es fein, Daniela